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22.06.2010

Sicher verreisen – Neue Impfstoffe 2009/10

Eine Reihe neuer Impfstoffe bietet Reisenden einen sicheren Schutz. „Gerade rechtzeitig, denn das Problem der Resistenzbildung gegen Medikamente bereitet in der reisemedizinischen Beratung zunehmend Probleme“, so der Hamburger Internist und Tropenmediziner Dr. Hinrich Sudeck.

Neben dem Impfstoff gegen die Schweinegrippe (H1N1) hätten die Jahre 2009 und 2010 eine Reihe weiterer Neueinführungen gebracht, die für Reisende von Bedeutung seien, erklärte Dr. Hinrich Sudeck vom Fachbereich Tropenmedizin am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg auf einer Pressekonferenz der 3. Northern European Conference on Travel Medicine (NECTM) in Hamburg. Zu nennen sei ein neu zugelassener Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis, die vor allem in Ost- und Südostasien durch Viren ausgelöst wird. Die Folge einer Infektion können grippeähnliche Symptome bis hin zu schweren Hirnhautentzündungen sein. Ein weiterer Hoffnungsträger ist laut Sudeck ein im Mai in Deutschland eingeführter neuer und effizienterer Impfstoff gegen Meningokokkenmeningitis, die bakterielle Hirnhautentzündung.

„Auch die kommenden Jahre lassen hoffen, denn die nächsten Neuentwicklungen warten bereits in der Pipeline", fügte er hinzu. So beispielsweise „das Pflaster gegen Durchfall", das auch aufgrund der neuen Darreichungsform des Wirkstoffs innovativ ist. Ein Malariaimpfstoff wird laut Sudeck hingegen in den nächsten Jahren noch nicht zur Verfügung stehen. Bei der Impfstoffentwicklung konnten zwar Fortschritte erzielt werden. So zeigte ein als RTS,S bezeichneter Impfstoff bei klinischen Anwendungsstudien in elf Ländern Afrikas eine gute Verträglichkeit und einen Schutz bis zu 57 Prozent. Die Impfung bietet allerdings bisher nur einen vergleichsweise kurzzeitigen Schutz. Forscher wollen daher jetzt die Effizienz dieser Vakzine durch den Einsatz eines neuen Wirkstoffverstärkers (Adjuvans) steigern. Aus diesem Grund steht bei der reisemedizinischen Beratung für Afrika-Touristen nach wie vor die medikamentöse Malariaprophylaxe im Mittelpunkt. „Malariamedikamente sind vorhanden, doch das Problem der Resistenzbildung selbst gegenüber modernen ‘jungen‘ Medikamenten belegt, wie dringend nötig ein Impfstoff ist", warnte Sudeck.

Quelle: Nach Informationen einer Pressemitteilung des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Mai 2010


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