Wie das Centrum für Reisemedizin berichtet, sollen seit Beginn der Erkrankungswelle auf Bali im September 2008 über 50 Todesfälle beim Menschen aufgrund einer Infektion mit den Erregern der Tollwut bekannt geworden sein, jedoch nicht alle seien offiziell bestätigt. Anfangs seien Erkrankungsfälle lediglich aus dem Süden der Insel gemeldet worden, inzwischen sollen jedoch auch die Regionen Tabanan, Mengwi, Bangli, Ungasan, Kubu und Tubu betroffenen sein. Eine Ansteckungsgefahr geht zum Beispiel von freilebenden Hunden und Katzen, aber auch von Affen aus.
Die Erreger der Tollwut werden durch Bissverletzungen, seltener durch Kontakt mit infiziertem Speichel - zum Beispiel über zugefügte Kratzwunden, übertragen. Nach einem solchen Tierkontakt sollte der Betroffene umgehend eine postexpositionelle Tollwutprophylaxe erhalten, die sowohl eine nachträgliche Impfung als auch eine passive Immunisierung mit Tollwut-Immunglobulin umfasst. Dies kann eine Erkrankung verhindern, die nach Ausbruch nahezu immer tödlich verläuft.
Auf der sicheren Seite sind Reisende mit einer Schutzimpfung rechtzeitig vor der Reise. Ein vollständiger Impfschutz gegen Tollwut umfasst je nach Impfstoff zum Beispiel drei Einzelimpfungen an den Tagen 0, 7 und 21 (bzw. 28). Die vorbeugende Impfung bietet auch dann einen sicheren Infektionsschutz, wenn der Arzt oder die entsprechenden Präparate im Reiseland nach verdächtigen Tierkontakten nicht unmittelbar zur Verfügung stehen.
Quellen: Nach Informationen von CRM Centrum für Reisemedizin, Mai 2010, und Robert Koch-Institut - Epidemiologisches Bulletin Nr. 30, Juli 2009