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In vielen Regionen treten je nach Jahreszeit mehrere der genannten Erkrankungen auf, so dass man sich auch trotz Impfungen oder Malaria-Prophylaxe ganztägig vor Mücken schützen sollte. Vor allem in der Dämmerung ist die Gefahr von Mückenstichen groß, da zu dieser Zeit tag- wie nachtaktive Mücken unterwegs sind.
Ein guter Schutz gegen Mücken mindert das Erkrankungsrisiko erheblich. Zur Vorbeugung gegen Moskitostiche empfehlen sich folgende Maßnahmen:
| Erkrankung | Überträger | Risikogebiete | Auswirkungen | Schutz |
Virus-Erkrankungen | ||||
| Chikungunya-Fieber | Stechmücken (Aedes-Arten), tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung
| Asien (u.a. Philippinen, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Burma [Myanmar], Sri Lanka, Indien, Indonesien), Afrika (u. a. Senegal, Gambia, Guinea, Tansania, La Réunion, Madagaskar, Mauritius, Seychellen) | Plötzlicher schneller Fieberanstieg, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkbeschwerden Schwere bis tödliche Verläufe sind eher selten | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar
|
| Dengue-Fieber | Stechmücken (Aedes-Arten), insbesondere Aedes aegypti, tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung
| Dengue-Fieber kommt in mehr als 100 tropischen und subtropischen Ländern außerhalb Europas endemisch vor Besondere Infektionsländer sind Thailand, Indien, Indonesien, Sri Lanka, Brasilien | Die Erkrankung kann sich als milde atypische Form über das klassische Dengue-Fieber bis zu den schweren komplikationsreichen Verlaufsformen Dengue hämorrhagisches Fieber (DHF) und Dengue-Schocksyndrom (DSS) auswirken. Es kann zu tödlichen Verläufen kommen | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar |
| Gelbfieber | Stechmücken der Gattungen Aedes, tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung und Haemagogus
| Tropisches Afrika (10. südlicher bis 15. nördlicher Breitengrad), tropisches Mittel- und Südamerika (40. südlicher bis 20. nördlicher Breitengrad) In Südamerika sind v. a. Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Peru betroffen | In der Regel zweiphasiger Verlauf. 1. Phase: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen Bei etwa 15% kommt es zur zweiten Phase (toxische Phase) mit erneutem Fieber und Organschäden. 10 bis 20% der Infizierten versterben, bei Patienten in der toxischen Phase kann diese Rate 50% betragen | Impfung ist für Reisende in Gelbfieberinfektionsgebiete zwingend empfohlen. Schutzdauer beträgt ca. 10 Jahre Zusätzlich konsequenter Mückenschutz |
| Japanische Enzephalitis
| Stechmücken (Culex-Arten), meist nachtaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung
| China, Japan, Indien, Pakistan, Nepal, Burma, Nord-Thailand, Ostsibirien, Guam, Australien (Nordosten), v. a. in wasser- und sumpfreichen Gebieten verbreitet | Kann zu einer Meningoenzephalitis führen, etwa 10% verlaufen dann tödlich | Impfstoff muss importiert werden Zusätzlich konsequenter Mückenschutz |
| O'nyong-nyong-Fieber | Stechmücken der Gattung Anopheles,
| Hauptsächlich im tropischen Afrika, v. a. in Uganda, Kenia, Tansania, Malawi, Senegal, Sudan und Mosambik | Die in der Regel milde Symptomatik umfasst Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen. Chronische Verläufe oder Todesfälle sind nicht bekannt | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar |
| Rift-Valley-Fieber | Verschiedene Mückenspezies, insbesondere Culex- (meist nachtaktiv) und Aedes-Arten (tagaktiv). | Afrika, arabischer Raum | Fiebrige Erkrankung, begleitet von Kopf- und Muskelschmerzen. Bei ca. 1% der Infizierten kommt es zu einem hämorrhagischen Fieber mit Hepatitis und häufig tödlichem Ausgang | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung für Menschen verfügbar |
| Ross-River-Fieber
| Stechmücken der Familien Aedes, Culex und Mansonia | Tropische und subtropische Gebiete in Australiens Küstenregionen, Ausbreitung auf den pazifischen Inseln: Fidschiinseln, Neukaledonien, Papua-Neuguinea etc. | Fieberhafte Erkrankung, begleitet von Gelenkschmerzen. Großflächige Hautausschläge und ausgeprägte Lethargie sind häufig
| Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar |
| St. Louis Enzephalitis
| Stechmücken v.a. Culex-Arten (meist nachtaktiv), aber auch Aedes-Arten (tagaktiv) | v.a. Nordamerika (USA, Kanada), Karibik (Trinidad, Jamaika), Mittel- und Südamerika (Mexiko, Panama, Brasilien, Argentinien) | Häufig leichte Verläufe, kann aber auch zu Meningoenzephalitis oder Enzephalitis führen. Todesrate liegt bei etwa 7%.
| Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar. Aufenthalt an stehenden Gewässern und in feuchten Arealen in Risikogebieten sollte v.a. nachts vermieden werden
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| Western Equine Enzephalitis
| Stechmücken v.a. Culex-Arten (meist nachtaktiv), aber auch Aedes-Arten (tagaktiv) | westliche Regionen in Kanada, USA, Mexiko, Mittel- und Südamerika, vor allem im Sommer in ländlichen Gegenden mit Pferdehaltung
| Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit. Je jünger die Patienten sind, um so schneller und schwerwiegender sind die Verläufe. Kann zur Enzephalitis führen, die Sterberate liegt dann zwischen 3 und 7% | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar |
| West-Nil-Fieber | Stechmücken v. a. Culex- (meist nachtaktiv), aber auch Aedes- (tagaktiv) und Mansonia-Arten | Afrika, Israel, mittlerer Osten, Indien, Teilen Südostasiens und Nordamerika | Häufig unauffälliger Verlauf. 20% entwickeln fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Etwa jede 150. infizierte Person erkrankt schwer. Es kann eine Enzephalitis auftreten, 15 bis 40% der davon Betroffenen versterben | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar |
Parasitäre Erkrankungen | ||||
| Lymphatische Filariose (Elephantiasis)
| Mückenarten Culex (meist nachtaktiv), Anopheles (nachtaktiv) und Aedes (tagaktiv)
| Feuchtwarme Gebiete Zentral- und Südamerikas, Afrikas und Südostasiens (u.a. China, Indonesien)
| Häufig eine fieberhafte, akute Entzündung der Lymphbahnen - relativ selten schwere Komplikationen. Die ausgewachsenen Würmer können aber die Lymphwege verlegen und chronische Entzündungen der Lymphgefäße verursachen. Es kann zu einer chronischen Lymphstauung mit Anschwellung der Extremitäten kommen. Meist ist die körpereigene Abwehr gestört, so dass es häufig zu bakteriellen oder mykotischen Superinfektionen kommen kann | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar |
| Malaria | Weibliche Anophelesmücke, meist in der Dämmerung und nachts aktiv
| Die Malaria kommt in tropischen und subtropischen Regionen vor und ist in mehr als 100 Ländern endemisch, vornehmlich in Afrika südlich der Sahara, aber auch in Asien sowie Mittel- und Südamerika | Drei Erkrankungsbilder werden unterschieden: Malaria tertiana (Fieberanfälle alle 48 Stunden, selten tödlich), Malaria quartana (Fieberanfälle alle 72 Stunden, Rückfälle können bis zu 40 Jahre nach der Erstinfektion auftreten) und Malaria tropica (nicht-periodische Fieberanfälle, bei fehlender oder zu später Behandlung häufig tödlich) | Durch konsequenten Mückenschutz lässt sich das Malariarisiko wesentlich reduzieren. Abhängig von Reiseziel, Reisezeit, Reisestil und Resistenzlage ist, entsprechend den DTG-Empfehlungen, gegebenenfalls eine Chemoprophylaxe notwendig, bzw. ein Medikament für den Notfall mitzuführen. Eine Impfung ist nicht verfügbar
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| Onchozerkose (Flussblindheit)
| Übertragung infektiöser Larven durch weibliche Kriebelmücken (Simulien) | Mittel- und Südamerika, tropisches Afrika, Saudi-Arabien, Jemen. | Erkrankungsbild ist vielfältig. Manifestation der Erkrankung am Auge kann zur Erblindung führen. | Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar. |
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