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Mückenschutz

Insbesondere bei Reisen in die Tropen und Subtropen ist ein guter Mückenschutz unerlässlich.

Viele der durch Mücken übertragbaren Krankheiten kommen in den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Afrikas und Amerikas vor. Allerdings ist durch das vermehrte Auftreten von West-Nil-Fieber-Erkrankungen in Nordamerika ein guter Mückenschutz auch bei Reisen in die USA und Kanada nötig.

In vielen Regionen treten je nach Jahreszeit mehrere der genannten Erkrankungen auf, so dass man sich auch trotz Impfungen oder Malaria-Prophylaxe ganztägig vor Mücken schützen sollte. Vor allem in der Dämmerung ist die Gefahr von Mückenstichen groß, da zu dieser Zeit tag- wie nachtaktive Mücken unterwegs sind.  

Verhaltens-Tipps:

Ein guter Schutz gegen Mücken mindert das Erkrankungsrisiko erheblich. Zur Vorbeugung gegen Moskitostiche empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  1. Tragen Sie in der Dämmerung lange, helle Kleidung - dunkle Farben ziehen Moskitos an - auch die Kleidung sollte mit Insektenschutzmittel imprägniert werden
  2. Unbedeckte Hautstellen einreiben mit Insektenabwehrmittel, z.B. mit den Wirkstoffen 10 bis 35%iges DEET (im Regenwald ggf. höhere Konzentration) oder Bayrepel (Icaridin). Benutzen Sie Insektenschutzmittel auch tagsüber
  3. Halten Sie sich nach Möglichkeit von der Dämmerung bis zum Morgen in geschlossenen Räumen auf
  4. Türen und Fenster geschlossen halten oder mit Fliegengitter schützen (Fliegenfenster auf Löcher prüfen)
  5. Schlafen Sie unter einem Moskitonetz. Achten Sie darauf, dass das Netz allseits unter die Matratze geschlagen wird. Das Moskitonetz darf keine Löcher haben. Die Maschenweite sollte 1,2 x 1,2 mm betragen, damit die Mücken nicht hindurchschlüpfen können. Engere Maschen führen nachts zu stickiger Atemluft. Der Effekt des Moskitonetzes kann noch verstärkt werden, wenn das Netz mit mückenabwehrenden Flüssigkeiten besprüht wird. Es sind auch Netze die bereits mit Insektenabwehrmittel imprägniert sind erhältlich.
  6. Abends in den Schlafräumen ein Insektenvertilgungsmittel versprühen oder über Nacht Steckdosen-Verdampfer mit auswechselbaren Insektizidplättchen oder langsam abbrennende Räucherspiralen (sogenannte Moskitocoils) benutzen.

Übersicht wichtiger durch Mücken übertragen Erkrankungen:

 

Erkrankung

Überträger

Risikogebiete

Auswirkungen

Schutz

Virus-Erkrankungen

Chikungunya-Fieber

Stechmücken (Aedes-Arten), tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung

 

 

Asien (u.a. Philippinen, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Burma [Myanmar], Sri Lanka, Indien, Indonesien), Afrika (u. a. Senegal, Gambia, Guinea, Tansania, La Réunion, Madagaskar, Mauritius, Seychellen)

Plötzlicher schneller Fieberanstieg, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkbeschwerden

Schwere bis tödliche Verläufe sind eher selten

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

 

Dengue-Fieber

(weitere Infos)

Stechmücken (Aedes-Arten), insbesondere

Aedes aegypti, tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung

 

Dengue-Fieber kommt in mehr als 100 tropischen und subtropischen Ländern außerhalb Europas endemisch vor

Besondere Infektionsländer sind Thailand, Indien, Indonesien, Sri Lanka, Brasilien

Die Erkrankung kann sich als milde atypische Form über das klassische Dengue-Fieber bis zu den schweren komplikationsreichen

Verlaufsformen Dengue hämorrhagisches Fieber (DHF) und Dengue-Schocksyndrom (DSS) auswirken. Es kann zu tödlichen Verläufen kommen

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

Gelbfieber

(weitere Infos)

Stechmücken der Gattungen Aedes, tagaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung und Haemagogus

 

Tropisches Afrika (10. südlicher bis 15. nördlicher Breitengrad), tropisches

Mittel- und Südamerika (40. südlicher bis 20. nördlicher Breitengrad) In Südamerika sind v. a.  Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Peru betroffen 

In der Regel zweiphasiger Verlauf. 1. Phase: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen

Bei etwa 15% kommt es zur zweiten Phase (toxische Phase) mit erneutem Fieber und Organschäden. 10 bis 20% der Infizierten versterben, bei Patienten in der toxischen Phase kann diese Rate 50% betragen

Impfung ist für Reisende in Gelbfieberinfektionsgebiete zwingend empfohlen. Schutzdauer beträgt ca. 10 Jahre

Zusätzlich konsequenter Mückenschutz

Japanische Enzephalitis

(weitere Infos)

 

Stechmücken (Culex-Arten), meist nachtaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung

 

China, Japan, Indien, Pakistan, Nepal, Burma, Nord-Thailand, Ostsibirien, Guam, Australien (Nordosten), v. a. in wasser- und sumpfreichen Gebieten verbreitet

Kann zu einer Meningoenzephalitis führen, etwa 10% verlaufen dann tödlich

Impfstoff muss importiert werden

Zusätzlich konsequenter Mückenschutz

O'nyong-nyong-Fieber

Stechmücken der Gattung Anopheles,
nachtaktiv, stechen hauptsächlich in der Dämmerung

 

Hauptsächlich im tropischen Afrika, v. a. in Uganda, Kenia, Tansania, Malawi, Senegal, Sudan und Mosambik

Die in der Regel milde Symptomatik umfasst Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen. Chronische Verläufe oder Todesfälle sind nicht bekannt

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

Rift-Valley-Fieber

Verschiedene Mückenspezies, insbesondere Culex- (meist nachtaktiv) und Aedes-Arten (tagaktiv).

Afrika, arabischer Raum

Fiebrige Erkrankung, begleitet von Kopf- und Muskelschmerzen. Bei ca. 1% der Infizierten kommt es zu einem hämorrhagischen Fieber mit Hepatitis und häufig tödlichem Ausgang

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung für Menschen verfügbar

Ross-River-Fieber

 

Stechmücken der Familien Aedes,  Culex und Mansonia

Tropische und subtropische Gebiete in Australiens Küstenregionen,

Ausbreitung auf den pazifischen Inseln: Fidschiinseln, Neukaledonien, Papua-Neuguinea etc.

Fieberhafte Erkrankung, begleitet von Gelenkschmerzen. Großflächige Hautausschläge und ausgeprägte Lethargie sind häufig

 

 

 

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

St. Louis Enzephalitis

 

Stechmücken v.a. Culex-Arten (meist nachtaktiv), aber auch Aedes-Arten (tagaktiv)

v.a. Nordamerika (USA, Kanada), Karibik (Trinidad, Jamaika), Mittel- und Südamerika (Mexiko, Panama, Brasilien, Argentinien)

Häufig leichte Verläufe, kann aber auch zu Meningoenzephalitis oder Enzephalitis führen. Todesrate liegt bei etwa 7%. 

 

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar. Aufenthalt an stehenden Gewässern und in feuchten Arealen in Risikogebieten sollte v.a. nachts vermieden werden

 

Western Equine Enzephalitis

 

Stechmücken v.a. Culex-Arten (meist nachtaktiv), aber auch Aedes-Arten (tagaktiv)

westliche Regionen in Kanada, USA, Mexiko, Mittel- und Südamerika, vor allem im Sommer in ländlichen Gegenden mit Pferdehaltung

 

Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit. Je jünger die Patienten sind, um so schneller und schwerwiegender sind die Verläufe. Kann zur Enzephalitis führen, die Sterberate liegt dann zwischen 3 und 7%

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

West-Nil-Fieber

Stechmücken v. a. Culex- (meist nachtaktiv), aber auch Aedes- (tagaktiv) und Mansonia-Arten

Afrika, Israel, mittlerer Osten, Indien, Teilen Südostasiens und Nordamerika

Häufig unauffälliger Verlauf. 20% entwickeln fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Etwa jede 150. infizierte Person erkrankt schwer. Es kann eine Enzephalitis auftreten, 15 bis 40% der davon Betroffenen versterben

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

Parasitäre Erkrankungen

Lymphatische Filariose (Elephantiasis)

 

Mückenarten Culex (meist nachtaktiv), Anopheles (nachtaktiv) und Aedes (tagaktiv)

 

Feuchtwarme Gebiete Zentral- und Südamerikas, Afrikas und Südostasiens (u.a. China, Indonesien)

 

Häufig eine fieberhafte, akute Entzündung der Lymphbahnen - relativ selten schwere Komplikationen. Die ausgewachsenen Würmer können aber die Lymphwege verlegen und chronische Entzündungen der Lymphgefäße verursachen. Es kann zu einer chronischen Lymphstauung mit Anschwellung der Extremitäten kommen. Meist ist die körpereigene Abwehr gestört, so dass es häufig zu bakteriellen oder mykotischen Superinfektionen kommen kann

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar

Malaria

(weitere Infos)

Weibliche Anophelesmücke, meist in der Dämmerung und nachts aktiv

 

 

Die Malaria kommt in tropischen und subtropischen Regionen vor und ist in mehr als 100 Ländern endemisch, vornehmlich in Afrika südlich der Sahara, aber auch in Asien sowie Mittel- und Südamerika

Drei Erkrankungsbilder werden unterschieden: Malaria tertiana (Fieberanfälle alle 48 Stunden, selten tödlich), Malaria quartana (Fieberanfälle alle 72 Stunden, Rückfälle können bis zu 40 Jahre nach der Erstinfektion auftreten) und Malaria tropica (nicht-periodische Fieberanfälle, bei fehlender oder zu später Behandlung häufig tödlich)

Durch konsequenten Mückenschutz lässt sich das Malariarisiko wesentlich reduzieren. Abhängig von Reiseziel, Reisezeit, Reisestil und Resistenzlage ist, entsprechend den DTG-Empfehlungen, gegebenenfalls eine Chemoprophylaxe notwendig, bzw. ein Medikament für den Notfall mitzuführen. Eine Impfung ist nicht verfügbar

 

Onchozerkose (Flussblindheit)

 

Übertragung infektiöser Larven durch weibliche Kriebelmücken (Simulien)

Mittel- und Südamerika, tropisches Afrika, Saudi-Arabien, Jemen.

Erkrankungsbild ist vielfältig. Manifestation der Erkrankung am Auge kann zur Erblindung führen. 

Konsequenter Mückenschutz, keine Impfung verfügbar.

 

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Aedes aegypti

Aedes aegypti: Überträger von Gelbfieber und Dengue-Fieber
Aedes aegypti: Überträger von Gelbfieber und Dengue-Fieber
© CDC/ James Gathany (public domain)

Culex Mücke

Culex Mücke
Culex Mücke: Überträger von Japanischer Enzephalitis
© CDC/James Gathany (public domain)

Anophelesmücke

Anophelesmücke: Überträger von Malaria
Anophelesmücke: Überträger von Malaria
© CDC/James Gathany (public domain)

© 2010 Novartis Vaccines
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