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Reisethrombose

Das sogenannte Economy-Class-Syndrom (Auswirkung von langem Sitzen in beengten Verhältnissen) ist ein mögliches gesundheitliches Problem für Vielflieger und Urlauber auf Langstreckenflügen.

Empfehlungen 

Generell sind bei vielstündigem Sitzen die folgenden Maßnahmen zur Vorbeugung zu empfehlen:

  • Viel Bewegung und regelmäßiges Aufstehen, 
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1⁄4 l Wasser pro 2 Stunden), 
  • Venengymnastik zur Vermeidung eines Blutstaus
  • Kompressionsstrümpfe bei Venenschwäche

In der Schwangerschaft oder kurz nach der Entbindung oder aber bei Vorliegen von mind. zwei der nachfolgend angeführten Faktoren: Herzinsuffizienz, große Krampfadern, Thromboseneigung, die Einnahme der "Pille", Hormonbehandlung in der Menopause, ausgeprägtes Übergewicht, gesteigerte Abnahme der Körperflüssigkeit oder im Alter über 60 Jahren; sind die folgenden Maßnahmen zu empfehlen:

  • Viel Bewegung und regelmäßiges Aufstehen,
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1⁄4 l Wasser pro 2 Stunden),
  • Venengymnastik zur Vermeidung eines Blutstaus,
  • Kompressionsstrümpfe empfohlen,
  • Im Einzelfall kann Heparin nach Maßgabe des behandelnden Arztes gegeben werden

Bei Thrombose in der Vorgeschichte, unabhängig wann diese stattgefunden hat, bestehender Krebserkrankung, fortgeschrittenen Herz- und Lungenerkrankungen, gelenkübergreifender Ruhigstellung der unteren Extremitäten, kurz zuvor durchgeführten Operationen oder aktuell akuten Erkrankungen sind die folgenden Maßnahmen zu empfehlen:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 1⁄4 l Wasser pro 2 Stunden),
  • Venengymnastik zur Vermeidung eines Blutstaus,
  • Kompressionsstrümpfe,
  • Heparingabe vor, während und nach dem Flug nach Maßgabe des behandelnden Arztes
     
(Stand 06/01 Konsensus Konferenz Reisethrombose, Wien)

Nach aktuellem arbeits- und flugmedizinischem Kenntnisstand führt andauerndes Sitzen ohne Bewegung immer zu Stauungsbeschwerden in den Beinen mit den oben erwähnten gesundheitlichen Risiken. Da eine Reisethrombose in der Regel eine Sitzthrombose ist, stellt  Aufstehen eine logische Vorbeugungsmaßnahme dar. Deshalb ist ausreichende Bewegung - beim Fliegen zusätzlich ausreichendes Trinken - bereits Vorbeugung und gleichzeitig Therapie. Kompressionstrümpfe, die jedoch angepasst sein müssen und nicht zu Stauungen im Kniebereich oder in der Leiste führen dürfen, können die Vorbeugung ergänzen. Bei bestimmten Vorerkrankungen kommen Medikamente nach Maßgabe des betreuenden Arztes dazu.

Nach tiefen Beinvenen-Thrombosen ist häufig zur Vermeidung eines postthrombotischen Syndroms das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder -strumpfhosen erforderlich. Für heiße Klimazonen und auf Flügen gilt dies im besonderen Maße.

Patienten die unter Marcumar-Therapie stehen, sollten Reiseziele mit sicheren hygienischen Verhältnissen und sicherer medizinischer Versorgung wählen.


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