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Auslöser der Erkrankung ist das Dengue-Virus, welches zur der Gattung der Flaviviren gehört. Zur gleichen Gattung zählen z.B. auch das Gelbfieber-, Japanische Enzephalitis- und Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME). Beim Dengue-Virus unterscheidet man vier Serotypen, die zum Teil in abgegrenzten oder auch in sich überlappenden Verbreitungsgebieten vorkommen. In Deutschland ist Dengue seit 2001 als eine von wenigen importierten Infektionen meldepflichtig.
Übertragen wird das Virus durch Stiche infizierter weiblicher Stechmücken der Gattung Aedes (z.B. Aedes aegypti). Die tag- und dämmerungsaktiven Überträgermücken nehmen das Virus beim Saugakt von infizierten Opfern auf. Sie bleiben dauerhaft infektiös und geben das Virus bei einer erneuten Blutmahlzeit weiter. In Städten stellt der Mensch das wesentliche Virusreservoir dar, an dem sich die Mücken infizieren, bevor sie andere Menschen anstecken. In ländlichen Gebieten kann es auch vorkommen, dass sich die Mücken bei Affen infizieren.
Die Mücken können in kleinsten Wasseransammlungen brühten, wie z.B. in Töpfen, Dosen, Pflanzenuntersetzern oder Astlöchern. Gerade in dem Rückgang der Mückenbekämpfungsmaßnahmen sieht man die starke Ausbreitungstendenz des Dengue-Fiebers begründet. Insbesondere die Zunahme urbaner Brutstätten stellt dabei ein schwerwiegendes Problem dar.
Nach einer Inkubationszeit von etwa 3 bis 14 Tagen beginnt das Dengue-Fieber abrupt mit einem schweren Krankheitsgefühl begleitet von grippeähnlichen Symptomen wie starkem Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel und meist ausgeprägten Muskel,- Glieder- und Gelenkschmerzen. Der Krankheitsbeginn kann von einem feinfleckigen Hautausschlag und Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen begleitet sein. In der Regel klingt die Erkrankung über eine mehrere Wochen andauernde Erholungsphase, in der auch deutliche Stimmungsschwankungen auftreten können, ab. Nur in Ausnahmefällen verläuft die klassische Form des Dengue-Fiebers tödlich.
Das Dengue-Virus kann aber auch schwere und komplikationsreiche Krankheitsformen im Sinne eines sogenannten hämorrhagischen Dengue-Fiebers (DHF) oder eines Dengue-Schock-Sydroms (DSS) verursachen. Dabei kommt es zu einem zweiten Fiebergipfel und der Allgemeinzustand ist deutlich verschlechtert. Es kann zu Blutungen in der Haut, den Schleimhäuten und inneren Organen kommen sowie zu Blutdruckabfall und Schock. Oft entwickeln sich diese Krankheitsformen bei Kindern und Jugendlichen in den Infektionsgebieten nach einer Zweitinfektion mit einem anderen Dengue-Virus Subtyp. Zwischen 6% und 30% der schweren Verlaufformen enden tödlich.
Die Behandlung des Dengue-Fiebers richtet sich ausschließlich gegen die Symptome der Erkrankung, nicht gegen die Erreger selbst. Akut erkrankte Patienten benötigen eine intensive Pflege.
Eine überstandene Dengue-Erkrankung schützt nur vor einer erneuten Infektion durch eben den Serobtyb des Virus, der die Erkrankung ausgelöst hat. Vor einer erneuten Infektionen durch einen anderen Serotyp des Dengue-Virus ist man allerdings nicht geschützt.
Eine Impfung gegen Dengue-Viren steht gegenwärtig nicht zur Verfügung und anders als bei Malaria gibt es aber nicht die Möglichkeit einer Chemoprophylaxe mit Tabletten. Daher kommt der Vermeidung von Mückenstichen eine besondere Bedeutung zu. Die Mücken der Aedes-Gattung stechen, im Gegensatz zu der Malariamücke, überwiegend tagsüber und am frühen Abend. Da sich die Risikogebiete für Malaria und Dengue z.T. überschneiden, sollte man ganztägig auf seinen Mückenschutz achten. Hierzu zählt u.a. das Tragen von langer, heller Kleidung und das Einreiben unbedeckter Hautstellen mit Insektenabwehrmittel. Im Wohnumfeld gilt es auch kleinste Wasserreservoirs zu beseitigen oder abzudecken, da sie als Mückenbrutplatz dienen könnten.
Die Erkrankung ist in ca. 100 tropischen und subtropischen Ländern der Welt verbreitet. Damit sind ca. 2,5 Milliarden Menschen potentiell von Dengue-Infektionen bedroht. Hinzu kommen noch Millionen von Fernreisenden. In den letzten 40 Jahren stieg die Zahl der Erkrankungsfälle und die geographische Verbreitung des Virus stetig an - in jüngster Zeit geradezu dramatisch. 1998 waren der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,2 Millionen Fälle gemeldet worden, darunter 15.000 Todesfälle. Gegenwärtig rechnet man weltweit mit 50 bis 100 Millionen Erkrankungen pro Jahr, davon 250.000 bis 500.000 komplizierte Verläufe mit etwa 24.000 Todesfällen.
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