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Bei Meningokokken werden 13 verschiedene Serogruppen unterschieden. Nicht gegen alle Serogruppen ist eine Impfung möglich. Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Infektionen in Europa ist auf Meningokokken der Serogruppen B und C zurückzuführen. Während sich ein wirksamer Impfstoff gegen Meningokokken-Erkrankungen der Gruppe B noch in der Entwicklung befindet, gibt es sogenannte Konjugat-Impfstoffe gegen Meningokokken der Serogruppe C und Impfstoffe des sogenannten Polysaccharidtyps gegen andere Meningokokken-Serogruppen.
Lange Zeit waren nur Impfstoffe verfügbar, die eine zeitlich begrenzte und bei Kleinkindern zudem nur eine sehr eingeschränkte Immunantwort bewirkten. Die Konjugat-Impfstoffe bieten jetzt einen Langzeitschutz gegen Meningokokken der Serogruppe C und können auch bei Babys bereits eine ausreichende Immunantwort bewirken.
Standardimpfung in Deutschland
Gerade aufgrund der Schwere der Erkrankung durch Meningokokken der Serogruppe C hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Meningokokken C-Impfung mit dem Konjugatimpfstoff seit 2006 in Deutschland als Standardimpfung in den Kinderimpfkalender aufgenommen.
Mit den in Deutschland zugelassenen Meningokokken C-Impfstoffen können bereits Babys im Alter von 2 Monaten geimpft werden. Säuglinge ab einem Alter von 2 Monaten bis zu 12 Monaten erhalten zwei Impfungen in einem Abstand von mindestens 2 Monaten, eine zusätzliche Auffrischimpfung zu einem späteren Zeitpunkt wird empfohlen. Kinder nach dem vollendeten 12. Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene erhalten eine einmalige Injektion. Die Notwendigkeit für eine Auffrischimpfung in dieser Altersgruppe wurde bisher nicht erwiesen.
Schutz für Ungeimpfte
Eine Impfung gegen Meningokokken C schützt die geimpfte Person nicht nur vor dem Ausbruch einer Erkrankung, sondern verhindert auch, dass ein Mensch durch Ansteckung unbemerkter Träger des Erregers wird und diesen an andere weiter gibt. Durch eine Impfung werden also über den Individualschutz hinaus auch nicht geimpfte Mitmenschen geschützt. Dieser Schutz ist umso größer, je mehr Menschen geimpft sind und damit kein Reservoir für den Erreger mehr bilden.
Schutz junger Reisender
Au Pairs, Austauschschüler und -studenten, die sich länger in Ländern aufhalten (z. B. England, Irland, Spanien, Griechenland [siehe Karte rechts]), in denen Kindern und Jugendlichen routinemäßig eine Meningokokken-C-Impfung empfohlen ist, sollten sich vor Antritt des Auslandsaufenthalts impfen lassen.
Aufgrund der Komplexität des Bakteriums sind verschiedene Serogruppen (13 sind bekannt) zu unterscheiden, und nicht gegen alle Serogruppen sind Impfstoffe verfügbar. Derzeit sind Impfungen gegen die 4 Serotypen A, C, W-135 und Y möglich. Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Infektionen in Europa ist auf Meningokokken der Serogruppen B und C zurückzuführen.
Wie oben beschrieben, stehen in ganz Europa Meningokokken-C-Konjugat-Impfstoffe zur Verfügung. Ein wirksamer Impfstoff gegen Meningokokken B befindet sich noch in der Entwicklung und wird wohl noch einige Jahre auf sich warten lassen. Es gab in Kuba, Brasilien, Chile, Norwegen bzw. gibt aktuell in Neuseeland Impfprogramme mit Meningokokken B-Impfstoffen, allerdings wirken diese Impfstoffe nur regional gegen die dort vorherrschenden Bakterien-Stämme.
Außerhalb Europas sind es zum Teil auch Meningokokken anderer Serogruppen (siehe Karte unten), die für eine Mehrzahl von Erkrankungen verantwortlich sind. Für Reisende in die entsprechenden Länder stehen wirksame Reiseimpfstoffe zur Verfügung; dabei sind die aktuellen Impfempfehlungen der WHO und der nationalen Gesundheitsbehörden sowie etwaige nationale Impfvorschriften zu beachten. So besteht beispielsweise für Pilger nach Mekka bei der Einreise nach Saudi-Arabien Impfpflicht mit einem Impfstoff gegen A, C, W-135, Y. Für den besten Zeitpunkt der Impfung vor der Reise sowie die Dauer des Impfschutzes sind die Herstellerangaben zu beachten.
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